Seit Tagen gab es in unserer Kleinstadt nirgendwo mehr Toilettenpapier zu kaufen, selbst in dem kleinen und eher übersichtlichen Nahkauf, in welchem ich immer einkaufen gehe, wurde alles leer gehamstert.

Heute gab es nun eine neue Lieferung Toilettenpapier. 8 Rollen 3-lagiges Toilettenpapier für ganz schmale 4,95 € !!!

Freilich hat auch der Ledenbesitzer seine Mühe und Not neues Toilettenpapier zu beschaffen und muss ggf. auch aufgrund des aktuellen Mangels auch einen höheren Einkaufspreis zahlen. Aber 4,95 € für ein qualitativ eher einfaches Toilettenpapier, welches auch noch mit 20% weniger Inhalt daherkommt als übliche Packungen, ist schon etwas übertrieben. Es interessiert jedoch einige Menschen trotzdem nicht und ich habe zwei Herren beobachten können, wobei jeder jeweils 3 Pakete (das sind fast 15 €) zur Kasse schleppte. Glücklicherweise hat der Marktinhaber die Abgabemenge auf ein Paket pro Person begrenzt, was dann auch etwas widerwillig eingesehen wurde. Zum Glück, denn andernorts wird sich bereits um das Toilettenpapier geprügelt.

Ich finde die Aussage unserer Bundeskanzlerin gelinde gesagt „mutig“, dass nichts teurer wird und man jetzt nicht hamstern müsse. – Wie war das noch einmal in der Marktwirtschaft? Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis? Es ist nur etwas schlecht für den Verbraucher, wenn die Nachfrage hoch und das Angebot eher begrenzt ist, wie momentan beim Toilettenpapier.

Aber halt: Warum eigentlich Toilettenpapier???

In einer schweren Notsituation ist mein erstes Bestreben nach sauberem Trinkwasser, dann Unterkunft und Wärme und dann kommt die Nahrung. Toilettenpapier kommt bei mir sowas von „hinten dran“, was im übrigen auch beim Verdauungsvorgang so ist. 😉

Über Wasser und Unterkunft inkl. Wärme verfügen wohl die meisten Mitmenschen. Der Punkt Nahrung wird eher halbherzig mit ein paar Packungen Nudeln bekämpft, aber das seidenweiche 4-lagige Gefühl darf um Himmels willen nicht fehlen, wenn man sich seiner Exkremente entledigt. Mein Gott!!!

Ihr könnt das Klopapier nicht fressen, wenn eine wirkliche Notsituation ausbricht!

Kümmert Euch um Himmels willen darum, dass einen sinnvollen Vorrat (7-14 Tage) an haltbaren Lebensmitteln Zuhause habt und hamstert nicht sinnlos irgendwelche Jahresvorräte an Konserven, Nudeln und vor allen Dingen nicht an Toilettenpapier! Ihr schürt den Kreislauf nur selbst: Ist kein Toilettenpapier verfügbar, wird dann wieder gehamstert, wenn es welches zu kaufen gibt, mit dem Ergebnis, dass andere wiederum leer ausgehen und panisch genau das gleiche tun.

Vielleicht hat es Euch nur noch niemand gesagt: Man stirbt nicht, wenn man sich den Arsch nicht abwischen kann! 🙂 Die Natur hat das schon so eingerichtet, dass wir auch so überleben, wenn unsere Exkremente einfach auf den Boden fallen. Im übrigen gibt es neben dem Toilettenpapier auch andere Alternativen, sei es Küchenkrepp, Papiertaschentücher oder sogar Feuchttücher, wenn ihr einmal in eine Notlage in Sachen Toilettenpapier kommt. Und wenn alle Stricke reißen, gibt es ja auch immer noch die Dusche. 🙂

Also Leute: Kauft den anderen nicht unnötig aus Angst oder Panik bzw. Egoismus die Dinge des täglichen Bedarfs weg! Es ist genug für alle da.