Nach 8 Jahren war es mal wieder einmal Zeit einen neuen PC aufzubauen, da der alte meinen Anforderungen nicht mehr wirklich gerecht wurde.

Ich glaube jeder kennt das Phänomen, dass der eigene Rechner mit der Zeit immer langsamer wird, oder? – Das liegt nicht unbedingt an der Hardware, denn diese wird in der Regel nicht langsamer, sondern an der Software und über die Zeit eingespielten Sicherheitsupdates, die das System immer weiter aufblähen.

Auch wird eine effektive Programmierung in Zeiten von Frameworks, Sandboxes und günstiger Hardware für viele Entwickler immer unwichtiger, was sich dann am ehesten auf älterer Hardware bemerkbar macht.

Dies habe ich als Grund genommen meinen zuletzt im Jahre 2011 erneuerten PC eine Verjüngungskur zu verpassen. Leider ist von diesem Rechner lediglich das Netzteil, eine 1 TB Festplatte und die Eingabegeräte übrig geblieben. Den Rest musste ich mir neu anschaffen.

Bisherige Konfiguration

  • Gehäuse: CoolerMaster Centurion
  • CPU: AMD Phenom II 1090T (6-core, 3,2 GHz, 125 W TDP, AMD boxed Luftkühler)
  • RAM: 8 GB Kingston HyperX DDR3-1333
  • Festplatte(n): 1 TB WD Blue + 250 GB Samsung
  • Grafikkarte: ZOTAC GeForce GTX560 AMP! mit 1 GB DDR5 VRAM
  • Optisches Laufwerk: LG Super-Multi DVD-Writer mit Lightscribe
  • Soundkarte: Creative Soundblaster X-Fi
  • Bildschirm: Samsung 24″ 1366×768 Pixel

Neue Konfiguration

Gehäuse

Das Gehäuse musste ich letztendlich austauschen, da die Grafikkarte für das bereits 11 jahre alte CoolerMaster Centurion zu groß war. Ich habe zwar die Nieten des Laufwerkskäfigs ausgebohrt, den Käfig entfernt und konnte den PC auch erst einmal in diesem Gehäuse zusammenbauen, jedoch war die Kühlleistung für eine leise Kühlung nicht ganz ausreichend. Der lediglich 80 mm große Lüfter in der Front war doch deutlich hörbar und auch lediglich nur ein 120 mm Lüfter an der Rückseite war auch zu wenig. Des weiteren verfügt das Gehäuse über keinen frontseitigen USB 3.0-Anschluss, weil es den schlicht und ergreifend da einfach noch nicht gab.

Dass sich das Meinboard dann nicht korrekt in einer Ebene mit der ATX-IO-Blende montieren ließ und so die Anschlüsse nicht vernünftig genutzt werden konnten, gab mir dann den Rest und ich fing an nach einem neuen Gehäuse zu suchen, welches nach Möglichkeit kein Seitenfenster und keinen RGB-Firlefanz hat. Dass sich dieses Unterfangen im Jahre 2019 als fast aussichtslos herausstellt, hätte ich wirklich nicht gedacht! Beim Hersteller Corsair wurde ich dann aber mit dem Carbide 270R schließlich doch fündig. 🙂

In fast allen neueren Gehäusen wird das Netzteil am Gehäuseboden montiert und das Kabelmanagement findet hinter dem Mainboard statt. Das hat einen sehr aufgeräumten Innenraum zur Folge, den man natürlich auch durch ein Seitenfenster präsentieren kann, sofern man das denn mag.

Innenansicht neuer PC

Innenansicht des neuen PCs mit den verbauten Komponenten.

Kühlung

Das Gehäuse wurde auf der Herstellerwebseite auch mit einer eingebauten Wasserkühlung dargestellt. Nun wollte ich nicht den ganzen Aufwand mit separater Pumpe und Ausgleichbehälter treiben und eine Custom-Wasserkühlung einbauen, sondern mir gefällt das Konzept der All-in-One Wasserkühlungen: Keine separate Pumpe oder Ausgleichbehälter, sondern ein geschlossener Kreislauf und die Pumpe befindet sich in der Einheit des CPU-Kühlers. Ein großer 280 mm Radiator sorgt dafür, dass es der CPU in allen Lebenslagen nicht zu warm wird und die Kühlung auch bei hohen Außentemperaturen effektiv und leise bleibt.

Corsair H115i AiO Wasserkühlung

280 mm Radiator der Corsair H115i AiO-Wasserkühlung

Zwei 140 mm Lüfter saugen kühle Umgebungsluft durch den Radiator an und senken die Temperatur des Kühlmittels, zwei weitere 140 mm Lüfter von Noctua befinden sich im oberen Deckel des Gehäuses und befördern die dadurch erwärmte Luft vom Radiator und der Grafikkarte aus dem Gehäuse heraus. Dem gleichen Zweck dient auch der weitere 120 mm Lüfter von Noctua an der Gehäuserückwand.

Das Geförderte Luftvolumen ist selbst bei niedrigen Drehzahlen der Lüfter so groß, dass auch schwierig zu kühlende Komponenten auf dem Mainboard, wie zum Beispiel die Spannungsregler, problemlos gekühlt werden. Dabei ist das gesamte Rechner so leise, dass die mechanisch arbeitende 1 TB-Festplatte trotz mechanischer Entkopplung mittels Gummipuffer mit ihrem Betriebsgeräusch stört. – Vermutlich werde ich diese früher oder später noch gegen eine SATA-SSD mit ähnlicher Kapazität austauschen.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit des Rechners ist der reine Wahnsinn!!! 🙂 Bootzeiten verringern sich auf einstellige Sekunden, Programme starten quasi „instantan“ und weniger Energie verbraucht das neue System ebenfalls! So macht Arbeiten wieder Spaß!

Der Durchsatz der beiden NVMe-SSDs liegt bei knapp 3,6 GB/s und das spürt man bei jeglicher Anwendung! Es ist nicht nur die Kurze Latenzzeit, auch Daten von einem Laufwerk auf das andere mit einer solchen Geschwindigkeit kopieren zu können, ist wirklich von Vorteil!

Der Arbeitsspeicher schafft im DualChannel-Betrieb satte 47 GB/s. Das sind Werte, welche selbst vor 3-4 Jahren noch völlig utopisch erschienen! Entsprechend langweilt sich die CPU oft und lässt einzelne Kerne einschlafen, da die Berechnungen dermaßen schnell fertig sind, dass es nichts weiter zu tun gibt. Dank der geringen TDP von 65 Watt bleibt der Rechner angenehm kühl.

Fazit

Ich würde den Ryzen 7 3700X jederzeit weiterempfehlen! Zugegeben, der Abstand zum Ryzen 9 3900X ist da, aber nicht so wahnsinnig groß, dass es einen Preisunterschied von 150 bis 200 € rechtfertigen würde. Außerdem hat der 3900X auch eine höhere TDP von 105 Watt, was wiederum mehr Aufwand bzw. Lärm bei der Kühlung bedeutet.

Wer 8 Kerne und 16 Threads haben will, der fährt mit dem 3700X bestens! Wem 6 Kerne reichen und Hyperthreading nicht benötigt, der kann auch zum Ryzen 5 3600X greifen, bekommt aber einen nicht ganz so leistungsfähigen Luftkühler dazu (Wraith Spire anstatt Wrait Prism beim 3700X/3900X). Der Ryzen 7 3700X ist eine CPU für extremes Multitasking bzw. -threading. Für einen reinen Spiele-PC reicht der Ryzen 5 3600X ohne weiteres auch für alle aktuellen Spieletitel problemlos aus!

Ich bin sehr positiv angetan, was AMD mit diesen Prozessoren schafft! Wenn man, wie meine Wenigkeit, von einem Phenom II kommt, dann ist die 3. Generation der Ryzen-CPUs wahrlich ein Kulturschock, aber ein positiver! 😉