Nachdem der Rumpfmotor vorbereitet wurde und die Ansaugbrücke bereits im Motorraum liegt, ist der große Moment gekommen, an welchem der Zylinderkopf wieder auf den Rumpfmotor aufgesetzt wird! Im Nachinhein betrachtet war es eine dumme Idee den Zylinderkopf samt Ansaugbrücke auszubauen. Ein Trennen vom Leichtmetallteil der Ansaugbrücke hätte vollkommen genügt. So konnte ich jedoch die Ansaugbrücke äußerlich weitestgehend von den Verölungen reinigen.

Ich empfehle den Zylinderkopf beim Einbau, wie auch beim Ausbau, zu zweit aufzusetzen. Dieser Klumpen Aluminium macht sich nämlich ganz schön schwer, obwohl nicht einmal die Nockenwellen verbaut sind. Kurz vor dem Einsetzen entfettet man noch einmal mit Bremsenreiniger die Planfläche am Zylinderkopf, da das zum Zusammenbau reichlich verwendete Öl sich hier seinen Weg über die Rücklaufbohrungen gesucht hat. Die Dichtigkeit der Zylinderkopfdichtung ist nur gegeben, wenn die Dichtflächen plan, sauber und fettfrei sind.

Hat man den Kopf erfolgreich auf die alten Zylinderkopfschrauben und die Passhülsen gefädelt, gibt es kein Zurück mehr! 🙂 Liegt der Zylinderkopf auf der Zylinderkopfdichtung auf, kann man ihn nur noch festschrauben. Ein erneutes Abnehmen des Kopfes ist nicht zu empfehlen, da ggf. die Polymerbeschichtung der Dichtung Schaden nimmt.

Aufgelegter Zylinderkopf

Nun werden die Zylinderkopfschrauben eingesetzt. – Dabei ist darauf zu achten, dass diese am Gewinde als auch an den Unterlegscheiben, welche von den alten Zylinderkopfschrauben übernommen wurden, geölt werden müssen.

Die Anzugsdrehmomente in der korrekten Reihenfolge sind wie folgt:

  • 60 Nm
  • 3x 90° nachziehen

Bereits der zweite Durchgang mit 90 Grad nachziehen ist schon ziemlich heftig, der dritte sowieso! Hier muss ein absolut passender Einsatz für die Zylinderkopfschrauben (bei elring Schrauben Ribe-CV M13,5) und ein langer starrer Schlüssel mit Gelenk vorhanden sein, sonst wird es zur Tortur!

Einige schweißtreibende Minuten später sieht das dann so aus:

Fertig montierter Zylinderkopf

Ich empfehle die Beilagscheibe der Zylinderkopfschraube ganz links unten so weit wie nur möglich nach rechts zu drücken, da es sonst zu Platzproblemen mit der Lagerbrücke der Nockenwellen kommen kann. Ich durfte anschließend diese Schraube deswegen noch einmal lösen, was sicherlich nicht ganz optimal ist…

Jetzt kommen die hydraulischen Ventilspielausgleicher in die geölten Bohrungen und auch die untere Lagerschale des Phasenstellers wird eingesetzt:

Hydrostößel eingesetzt

Nach der Montage des Abgaskrümmers und des Wasserrohres ist es für heute ist es erst einmal genug! Die Nockenwellen kommen morgen dran… Damit kein Dreck in den Zylinderkopf fällt, werden die Nockenwellenlager mit Papier verschlossen und der Ventildeckel provisorisch aufgelegt.