Zylinderkopf ausgebaut

Zylinderkopf ausgebaut

Heute haben mein Kumpel Norbert und ich endlich den Zylinderkopf ausgebaut!

Da die Platzverhältnisse wirklich sehr beengt sind, haben wir uns dazu entschieden den Zylinderkopf mitsamt der Ansaugbrücke auszubauen. Los ging es mit dem Abgaskrümmer und dessen Wärmeschutz. Die Muttern waren schon sehr stark angegammelt und wir mussten leider das untere Wärmeschutzblech des Katalysators zerstören, um es demontieren zu können. Um letztendlich das Wärmeschutzblech auszubauen, musste vorher der Kühlerventilator ausgebaut werden, da der zur Verfügung stehende Platz sonst nicht ausreicht.

Das Lösen der Krümmermuttern am Zylinderkopf war kein Problem, lediglich 3 Stehbolzen haben sich mit gelöst, welche aber später wieder eingesetzt werden können. Ebenso ließen sich die Verschraubungen am Flansch Katalysator zu Flexrohr gut lösen, da ich erst das Flexrohr als Ganzes ersetzt hatte.

Sobald der Krümmer ausgebaut war, haben wir das Kühlwasser abgelassen. Der Schnellverschluss am Kühler ließ sich nicht wirklich lösen, weshalb wir kurzerhand die Einwegschelle des Schlauchs entfernt haben. So konnten wir die überwiegenden Teil des Kühlwassers ohne große Sauerei ablassen. Der darauf folgende Teil war der hässlichste überhaupt: Das Entfernen der ganzen Kühlwasserschläuche, die an den Zylinderkopf oder dessen Anbauteile gehen.

Also der Ingenieur, der das Thermostatgehäuse dort hinkonstruiert hat, der gehört wirklich bestraft! Es ist mir unbegreiflich wie man, im eingebauten Zustand wohlgemerkt, das Thermostatgehäuse austauschen soll? Man hat keinerlei Chance die untere Verschraubung des Flansches zu erreichen. Das Entfernen der Schläuche ist auch eine ziemliche Strafarbeit, die uns auch eine Menge Zeit gekostet hat.

Nach der Plackerei haben wir den Zylinderkopf ziemlich gut freigelegt bekommen:

Freigelegter Zylinderkopf

Nachdem wir überprüft haben, dass keine weiteren Kabel an der Ansaugbrücke befestigt waren, konnten wir also die Zylinderkopfschrauben lösen und das Corpus Delicti vorsichtig herausheben. – Das klappte nicht auf Anhieb, da sich doch noch ein Kabel unterhalb der Ansaugbrücke versteckte, nämlich das vom Saugrohrdrucksensor. Also Kommando zurück, Zylinderkopf irgendwie wieder auf eine Pappe abgelegt und das Kabel samt Stecker erst einmal entfernt.

Wenn man sich das hier jetzt so durchliest, denkt man dass das eigentlich eine ganz überschaubare Aufgabe ist, aber bis zu diesem Punkt sind bereits gut 6 Stunden vergangen, die wir zu zweit am Auto geschraubt haben.

Ist der Zylinderkopf erst einmal draußen, können wir uns die einzelnen Brennräume und die Dichtfläche genauer anschauen:

Zylinder 1 bis 3
Zylinder 4 & 5

Man kann sehr schön erkennen, dass die Dichtflächen nach 16 Jahren und 175 tkm immer noch in perfektem Zustand waren. Es gab nirgendwo Durchbrüche oder Undichtigkeiten. Die Ölreste, welche man auf den Bildern erkennen kann, sind beim Ausbau hinter die Dichtung gelaufen. Insgesamt zeigt sich der Kopf in einem ziemlich guten Zustand!

Dichtfläche des Zylinderkopfes

Meine Befürchtungen, dass der Zylinderkopf beschädigt ist, ist nicht eingetroffen.

Der Zustand der Ventile und Brennräume sieht für diese Laufleistung eigentlich recht gut aus. Es sind Ablagerungen vorhanden, aber diese haben nicht die Funktion beeinflusst. Die Ventile sind nicht so stark verbogen, dass man es direkt sieht, jedoch sieht man an jedem der Einlassventile (die größeren) an der jeweils äußeren Kante Kontaktstellen mit dem Kolben des jeweiligen Zylinders. Die Auslassseite hingegen sieht unauffällig aus und auch die Ablagerungen, speziell an den Ventilschäften, hält sich sehr in Grenzen. Vermutlich haben die Einlassventile früher aufgesetzt (da größerer Durchmesser) und als die Kompression erst einmal weg war, ging auch der Motor aus.

Der Blick in die einzelnen Zylinder sieht so aus:

Kurbelgehäuse

Das Kühlwasser haben wir natürlich entfernt und die Zylinderwände sowie die Dichtfläche mit Öl benetzt, damit uns da nichts korrodiert! 🙂 Wenn man sich die Ventiltaschen der Einlassventile ansieht, dann erkennt man sehr deutlich die Kontaktflächen mit dem Ventil. Es gibt aber weder Meterialaufwürfe oder Beschädigungen an den Kolben. Auch sehen die Ablagerungen nicht dramatisch aus: Ein wenig Ölkohle, aber von jedem Zylinder ist das Material zu sehen. – Ein Zeichen für eine funktionierende und nicht zu kalte oder heiße Verbrennung.

Update:

Der Zylinderkopf liegt auf der Werkbank und wurde zerlegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Captcha wird geladen...