Der Ausbau des Zylinderkopfes hatte sich ja wegen der zu kalten Außentemperaturen immer wieder verschoben, aber nun liegt der Zylinderkopf auf der Werkbank in meinem Keller und ich kann anfangen ihn zu zerlegen.

Stilo 2.4 20V Zylinderkopf auf der Werkbank

Zuerst wurden der Ansaugkrümmer und die Wasserleiste entfernt. Es folgten die Nockenwellenräder, der Thermostat und die Wasserpumpe. Nachdem diese Teile alle ausgebaut waren, konnte ich dem Zylinderkopf zu Leibe rücken und die Nockenwellen entfernen.

Nockenwellen entfernt

Beim Ausbau der Nockenwellen und des zahnriemenseitigen Lagerdeckels der Nockenwellen, stellte sich heraus, dass die verwendeten Schrauben Dehnschrauben sind. Diese müssen also alle beim Zusammenbau ersetzt werden.

Die lange Standzeit und die hohe Luftfeuchtigkeit setzten den Innereien des Zylinderkopfes ziemlich zu. Im Bereich der Kurbelgehäuseentlüftung sammelte sich Kondenswasser, welches zwei Hydrostößel beschädigte.

Rostiger Hydrostößel

Ich habe noch nie gesehen, dass irgendwelche Motorteile im Zylinderkopf rosten, weil diese normalerweise satt mit einem Ölfilm überzogen sind. Das Kondenswasser hat hier ganze Arbeit geleistet und den Hydrostößel angefressen. Glücklicherweise hat die Nockenwelle nichts abbekommen und da ich die Hydros sowieso austauschen werde, ist dies nicht weiter schlimm.

Auf der Einlassseite sind alle Hydrostößel in perfektem Zustand. Auch die Nockenwellenlager sehen perfekt aus. Wenn man einmal von den Ablagerungen des Öls absieht, glaubt man nicht, dass der Motor bereits 175 tkm gelaufen ist.

Nachdem die Nockenwellen und Hydrostößel entfernt waren, ging es daran die Ventile auszubauen. Ich habe zuerst auf gut Glück irgendein Einlassventil ausgebaut und es war….krumm! 🙁 Davon war auszugehen, da die Kolben deutliche Spuren an den Taschen der Einlassventile zeigten.

Der Ausbau der Ventile erfordert einiges an Geschick, da man mit dem Ventilfederspanner doch sehr viel Kraft ausüben muss, um die Ventilfedern zu komprimieren. Ich habe dabei herausgefunden, dass die Ventilkeile sich besser mit einer guten Pinzette anstatt eines Magneten entfernen lassen, da der Magnet an allem haftete (Federspanner, Ventil, Ventilfederteller), aber bloß nicht an den Ventilkeilen! 😉 Es hat sich herausgestellt, dass ein beherzter Schlag mit einer Nuss und dem Gummihammer auf den Ventilfederteller die Ventilkeile gut vorlöst, sonst trennen sie sich nicht leicht vom Federteller.

Der Ausbau ging dann nach einigem Herumprobieren recht flott…

Entfernen der Ventilkeile

Wie meine Vermutung bestätigte: Von den 10 Einlassventilen waren bereits 5 Stück so krumm, dass man es mit bloßem Auge sehen konnte. Die noch gerade scheinenden Ventile habe ich aber nicht vermessen, da ich sowieso alle Ventile austausche.

Einlassventile

Auf der Auslassseite habe ich keine Kontaktspuren an Kolben und Ventilen gefunden. Beim Ausbau zeigte sich auch, dass alle Ventile gerade und nicht verbogen waren.

Auslassventile

Überraschend gut ist der Zustand der Ventilsitze nach dieser hohen Laufleistung: An den Einlassventilen sind die Ventilsitze in einwandfreiem Zustand und benötigen nur erneutes Einschleifen der neuen Ventile. Auf der Auslassseite sind die Sitze auch in Ordnung, sind aber deutlich verkokt und brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit. Ich denke jedoch nicht, dass sie nachgeschliffen werden müssen.

Zustand der Ventilsitze

Da der Zylinderkopf starke Ölablagerungen und Ablagerungen im Brennraum aufweist, werde ich den Zylinderkopf mitsamt den neuen Ventilen zu einem Motorenbauer aus Erfurt bringen, der mir einerseits die Dichtfläche des Zylinderkopfes plant und auch den Zylinderkopf richtig reinigt und die Ventilführungen vermisst. Ist soweit alles in Ordnung, wird er mir gleich die neuen Ventile einschleifen, da es mir momentan schwer fällt die Zeit dafür zu finden.

Alle Teile entfernt

Wenn der Zylinderkopf vom Motorenbauer zurück ist, wird er wieder zusammengebaut. In der Zwischenzeit kann ich die Lagerdeckel der Nockenwellen und die Anbauteile sowie die Ventilfedern reinigen. Die kleineren Teile kommen in’s Ultraschallbad und die größeren Teile werde ich von Hand reinigen.