Für die Reparatur des Motorschadens an meinem Auto habe ich mir einen neuen Kompressor zum Betrieb diverser Druckluftwerkzeuge zugelegt.

Es handelt sich dabei um einen Kompressor der Marke Güde mit der Modellnummer 231/10/24. Der Kompressor ist ein ölgeschmierter 1-Zylinder-Hubkolbenkompressor mit Direktantrieb, Rückschlag- und Überdruckventilen, Anlaufentlastung, Motorschutz und Armaturen mit Druckminderer und zwei Manometern (Kesseldruck und Ausgabedruck). Der Maximaldruck liegt bei 10 bar, Die effektive Liefermenge liegt bei ca. 140 l/min und das Kesselvolumen entspricht 24 Litern.

Den Kompressor gab es im örtlichen Baumarkt für 109,- €. Dieser Preis war auch online nicht zu unterbieten. Als ich jedoch das Gerät erwerben wollte, waren alle Gerät vergriffen. Es war lediglich das bereits fertig zusammengebaute Ausstellungsstück vorhanden und eine Nachlieferung war auch nicht geplant.

Eine kurze Nachfrage, ob mir das Gerät verkauft werden könne, wurde gleich mit einem Nachlass von 19 € beantwortet, sodass ich das Gerät für günstige 90,- € erwerben konnte! 🙂

Ich hoffe, dass dieser Kompressor ausreichend ist, um meinen neuen Schlagschrauber von Vigor zu betreiben, Reifen aufzupumpen, Unterboden-/Hohlraumversiegelung zu verarbeiten, gelegentlich etwas zu lackieren. – Ich hätte gern einen größeren Kompressor mit 50 L-Kessel und 2 Zylindern eingesetzt, aber leider lässt die geringe Absicherung der Elektroinstallation in der Garage keine höhere Stromaufnahme als die angegebenen 1,5 kW zu.

Update (03.03.2018):

Ich habe heute den Kompressor in Betrieb genommen.

Als erstes habe ich die wirklich billigen Hartplastikräder gegen vernünftige gummierte Räder mit 125 mm Durchmesser ersetzt. Wirklich teuer waren diese mit 3,25 € / Stück auch nicht, aber sie verfügen über Kugellager, eine durchgehende Hülse und passende Schrauben mit selbsthemmenden Muttern. Lediglich 3 Unterlegscheiben in Größe 10,5×20 mm fehlten noch.

Da eine einzige Druckluft-Schnellkupplung am Kompressor zu wenig ist und diese außerdem nicht sonderlich vertrauenerweckend aussah, habe ich ein Y-Stück mit zwei Schnellkupplungen am Kompressor installiert. Dies hat den eleganten Vorteil, dass ich nicht bei jedem Werkzeugwechsel umstecken muss.

Doppelte Druckluft-Schnellkupplung

Das Y-Stück kommt mit einem 3/8 Zoll Innengewinde und das Gewinde am Druckminderer ist ein 1/4 Zoll Innengewinde, weshalb ein Adapter mit 1/4 Zoll zu 3/8 Zoll (beides Außengewinde) benötigt wird. Teflondichtband aus der Sanitärabteilung sorgt dafür, dass die Verschraubungen auch wirklich dicht sind.

Die konsequente Auslegung der Druckabgabeseite auf 1/4 Zoll Querschnitt ist übrigens das größte Problem dieser günstigen Kompressoren, denn dies limitiert die maximale Liefermenge an Druckluft. Wäre hier 3/8 Zoll Material eingesetzt, würden diese Kompressoren (kurzzeitig) wesentlich höhere Volumenströme erreichen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass der Einsatz eines Druckluftschlauchs mit 10 mm Innendurchmesser bereits ausreichend ist, dass ich meinen neuen Schlagschrauber vernünftig benutzen kann. Im Notfall kann man eine Schnellkupplung in 3/8 Zoll mit Außengewinde anstatt des Stopfens an der Stirnseite des Kessels montieren.

Damit der Druckluftschlauch nicht zur Stolperfalle wird und es auch etwas aufgeräumter aussieht, habe ich mich für einen Schlauchhalter und ein paar Haken entschieden, an denen nicht benutztes Druckluftwerkzeug „abhängen“ kann. 🙂

Druckluftversorgung in der Garage

So sieht das ganze schon deutlich aufgeräumter aus und nicht benötigte Leitungen werden so nicht zur Stolperfalle. Ich hoffe der Vermieter der Garage verzeiht mir die Löcher, die ich in die Wand gebohrt habe…? 😉

Fazit:

Ich bin von dem Kompressor nach wie vor begeistert, da ich für einen wirklich moderaten Preis ein vernünftiges Gerät bekommen habe.

Positiv hervorheben möchte ich, dass das Gerät wirklich ruhig läuft und auch bereits mit einem qualitativ hochwertigen Öl befüllt war. Die Lautstärke im Betrieb ist deutlich angenehmer als die meines ölfreien Güde-Kompressors mit 6 Liter Tank, welchen ich im Keller einsetze, obwohl dieser mit einer ähnlichen Lautstärke (96 db(A) anstatt 94 db(A) beim Güde 231/10/24) angegeben ist. Die ölgeschmierten Pendants laufen also wirklich deutlich ruhiger.

Es ist jedoch immer wieder erstaunlich, wie man ein Produkt „kaputtsparen“ kann:

  • Fehlendes Schauglas für den Ölstand, welches durch einen billigen Peilstab ersetzt wurde (andere Modelle mit gleichem Verdichter verfügen über eines)
  • Hartplastikräder der untersten Kategorie, welche lediglich durch Plastikstopfen (!) auf der Achse gehalten werden
  • Wenig vertrauenerweckende Druckluft-Schnellkupplung

Anscheinend muss der Importeur / Hersteller dermaßen den Rotstift ansetzen, um auf den Preis zu kommen, dass an allen unwichtigen Dingen wirklich nur noch das aller billigste genommen wird! Das trübt den Gesamteindruck jedoch erheblich und ich glaube bessere Räder oder eine qualitativ hochwertigere Schnellkupplung hätten dem Gerät ganz gut gestanden. Die Konstruktion der Räder und wie diese an der Achse gehalten werden, ist fast schon eine Frechheit! Immerhin wiegt das Gerät knapp 22 kg und sollte auch über längere Strecken als 5 m transportiert werden können, ohne dass die Räder ab fallen!

Ehrlich jetzt: Das geht gar nicht!

Mit dem fehlenden Schauglas für den Ölstand kann ich notfalls leben, auch wenn es nervt ständig vor dem Betrieb mit dem Peilstab den Ölstand zu überprüfen. Die Qualität von Verdichter und Motor ist jedenfalls ziemlich gut und auch die Hardware, obwohl in 1/4 Zoll ausgeführt, braucht sich nicht zu verstecken.

Also liebe Firma Güde: Spart die Geräte nicht kaputt, sondern bietet Qualität an!