LDG RT-11 Antennentuner modifiziert

Für den Aufbau der ortsfesten Amateurfunkstelle an meinem Zweit-QTH benötigte ich noch einen geeigneten Tuner, welcher sich komfortabel vom Transceiver (Icom IC-7300) aus steuern lässt.

Ich bin recht günstig an einen LDG RT-11 Automatiktuner gekommen, da das Gerät seit einigen Jahren nicht mehr hergestellt wird. Der abgesetzte Betrieb (Tuner an die Antenne) ist für die örtlichen Gegebenheiten ideal, da ich auch hier lediglich eine Inverted L-Antenne mit einer Länge von ca. 35 m aufbauen kann.

Damit ich mit dieser Antenne für Multibandbetrieb einsetzen kann und der Tuner bei seiner Arbeit etwas entlastet wird, ist ein 1:4 UnUn am Ausgang des Tuners vorgesehen. Die hohen Wellenwiderstände dieser Antenne werden so breitbandig in den Abstimmbereich des Antennentuners herunter transformiert.

Für unsymmetrische Antennen benötigen wir auch ein unsymmetrisches Transormationsglied. Unser Senderausgang ist auch unsymmetrisch ausgelegt, weshalb in dieser Anwendung explizit ein 1:4 UnUn (unbalanced-unbalanced) eingesetzt wird. Ein 1:4 BalUn (balanced-unbalanced) wäre hier nicht die richtige Wahl.

Das Transformationsglied selbst ist als Spartransformator ausgelegt, was den eleganten Vorteil der dauerhaften gleichstrommäßigen Erdung der Antenne hat. Das Wickelschema zwischen 1:4 BalUn und 1:4 UnUn unterscheidet sicht nicht, lediglich die äußere Beschaltung ändert sich: Beim BalUn wird der gemeinsame Anschluss der bifilaren Wicklung an GND angeschlossen, beim UnUn das heiße Ende des Antennentuners.

Der 1:4 UnUn besteht aus 11 Windungen versilbertem, verdrillten und teflonisolierten Kupferdraht auf einem Ringkern Amidon FT140-43. Das Material 43 von Amidon (Nickel-Zink-Ferrit) ist besonders gut für Breitbandübertrager im Bereich 1-50 MHz geeignet.

1:4 UnUn am Ausgang des Antennenkopplers zur breitbandigen Anpassung

Der 1:4 UnUn wird direkt zwischen Hochspannungsdurchführung und Tunerausgang auf der Platine eingeschleift. Das Gehäuse bietet dazu mehr als ausreichend Platz.

Hochspannungsdurchführung aus Keramik für den Antennenanschluss

Um eine strahlende Speiseleitung bei hochohmiger Ankopplung an die Antenne zu vermeiden, muss eine Gleichtaktdrossel bzw. Mantelwellensperre am Eingang des Kopplers eingesetzt werden, welche auf den gewünschten Frequenzbereichen eine hohe Sperrimpedanz aufweist. Da die Stromversorgung des Antennenkopplers nicht über das Koaxialkabel erfolgt (wie beim LDG RT-100), sondern über einen getrennten Steuereingang, muss auch dieser gegen Hochfrequenz abgeblockt werden. Hierzu habe ich das Steuerkabel 2x durch einen Breitband-Entstörferrit der Fa. Würth Elektronik geführt.

Innenansicht modifizierter LDG RT-11

Die nachgerüstete Erdungsschraube wurde direkt mit der SO-239-Buchse zum Transceiver verbunden und muss bei Einsatz des Tuners unbedingt mit einer guten HF-Erde verbunden werden, sonst helfen die Maßnahmen gegen eine strahlende Speiseleitung nicht sehr viel.

Ausführung der Masservebindung zur nachgerüsteten Erdungsschraube

Das nicht weiter benötigte Stück Koaxkabel von der Platine zur Antennenbuchse wurde entfernt. Die nun noch im Gehäuse befindliche Buchse wurde mit einem Blinddeckel inkl. Dichtung verschlossen. Eine Rückrüstung ist somit jederzeit noch möglich.

Anschlussseite LDG RT-11

Da ab Werk die SO-239-Buchsen lediglich diagonal mit je zwei Schrauben befestigt wurden, habe ich die fehlenden Löcher in das Gehäuse gebohrt und die jeweils fehlenden 2 Schrauben nachgerüstet. Dies hat zur Folge, dass die Dichtung zwischen Gehäuse und Buchse besser abdichtet.

So modifiziert hoffe ich auf eine lange problemlose Betriebsdauer des Geräts!

vy 73!

Sven

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